Jahresabschlüsse 2025: Die Kantonalbanken behaupten sich in anspruchsvollem Umfeld
Die Kantonalbanken sind verlässliche Pfeiler des Schweizer Finanzplatzes. In einem von sinkenden Zinsen und anhaltenden Unsicherheiten geprägten Umfeld erzielen die 24 Institute im Jahr 2025 einen kumulierten Jahresgewinn von 4,3 Milliarden Franken. Treiber des Ergebnisses sind ein robustes Kundengeschäft und ein weiterwachsen-des Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft.
Das Geschäftsjahr 2025 war von einem veränderten Zinsumfeld und einer insgesamt anspruchsvolleren Ertragslage als im Vorjahr geprägt. Unter diesen Rahmenbedingungen bewährt sich das auf Kontinuität und Kundennähe ausgerichtete Geschäftsmodell der Kantonalbanken. «Ein Zinsniveau nahe null Prozent ist für Banken eine Herausforderung. Gleichzeitig haben die geopolitischen Unsicherheiten weiter zugenommen. Dennoch konnten die Kantonalbanken die Ertragsbasis stabil halten und gezielt in ihre Krisenresistenz investieren», sagt VSKB-Direktor Oliver Buschan. «Damit erweisen sie sich weiterhin als stabile und verlässliche Partnerinnen für Bevölkerung und Wirtschaft.»
Rückgang im Zinsengeschäft – weitere Diversifikation der Erträge
Die Zinssenkungen der Schweizerischen Nationalbank führten im vergangenen Jahr zu einem spürbaren Rückgang der Zinserträge aus dem Kreditgeschäft. Mit einem kumulierten Netto-Erfolg von 7,1 Milliarden Franken (- 4,0%) bleibt das Zinsgeschäft aber weiter der wichtigste Ertragspfeiler der Kantonalbanken. Positiv entwickelten sich die weiteren Ertragspfeiler. Basierend auf einer steigenden Nachfrage nach Anlage-, Vorsorge- und Beratungsdienstleistungen nahm der Erfolg aus dem Kommissions- und Dienstleistungsgeschäft um 6,2 Prozent auf 3,2 Milliarden Franken zu. Auch der Erfolg aus dem Handelsgeschäft und der Fair-Value-Option stieg deutlich auf 1,2 Milliarden Franken (+9,4%).
Insgesamt blieb der Geschäftsertrag mit 11,7 Milliarden Franken auf dem hohen Vorjahresniveau stabil. Die Kantonalbanken haben ihre Ertragsstruktur damit weiter diversifiziert. Der Anteil des Zinsengeschäfts am Geschäftsertrag sank auf 60,7 Prozent, während der Anteil des Kommissions- und Dienstleistungsgeschäfts auf 27,1 Prozent anstieg.
Gezielte Investitionen in Personal, Beratung und Digitalisierung
Der kumulierte Geschäftsaufwand der 24 Institute nahm 2025 um 3,2 Prozent auf 6,1 Milliarden Franken zu. Der Anstieg ist Ausdruck gezielter Investitionen in Personal, Beratung, Digitalisierung und regulatorische Anforderungen. Insgesamt beschäftigen die 24 Kantonalbanken rund 21’500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter (+1,4%, in Vollzeitäquivalenten), davon 1370 Lernende. Mit über 560 Geschäftsstellen sind sie neben den digitalen Kontaktpunkten weiter physisch in der ganzen Schweiz präsent – auch ausserhalb der städtischen Ballungszentren.
Stabile Ausschüttungen an Gemeinden und Kantone
Der Geschäftserfolg belief sich auf 5,0 Milliarden Franken (-4,9%). Unter dem Strich resultierte ein kumulierter Jahresgewinn von 4,3 Milliarden Franken. Dies entspricht einer Zunahme von 1,8 Prozent gegenüber 2024. Am positiven Geschäftsgang der Kantonalbanken partizipieren in hohem Masse die Haupteigentümer, die Kantone und Gemeinden. Für das Geschäftsjahr 2025 schütten die 24 Institute rund 1,8 Milliarden Franken in Form von Entgeld für die Staatsgarantie und das Grundkapital, Dividenden und Gewinnablieferungen aus. Berücksichtigt man zusätzlich die Steuern belaufen sich die Abgaben an die öffentliche Hand auf 2,1 Milliarden Franken. Dies ergibt rund 250 Franken pro Einwohnerin und Einwohner der Schweiz.
Verantwortungsvolles Wachstum im Kundengeschäft
Die Kantonalbanken haben ihr Geschäftsvolumen auch 2025 weiter ausgebaut. Die kumulierte Bilanzsumme stieg per 31. Dezember 2025 auf 839,0 Milliarden Franken (+3,3%). Die Kundenausleihungen nahmen auf 581,2 Milliarden Franken zu (+3,4%). Davon entfallen 520,9 Milliarden Franken auf Hypothekarforderungen (+3,6%). Auch auf der Passivseite verzeichneten die Kantonalbanken ein Wachstum. Die Kundengelder stiegen um 3,2 Prozent auf 491,8 Milliarden Franken und decken die Kundenausleihungen zu 84,6 Prozent. Damit unterstreichen die Kantonalbanken ihre starke Verankerung im klassischen, kundennahen Bankgeschäft.
Krisenresistenz als strategischer Schwerpunkt
Sicherheit und Stabilität sind im aktuellen Umfeld zentrale Voraussetzungen für den Erfolg. Die Kantonalbanken fokussieren sich auf ein qualitatives Wachstum und die laufende Stärkung der Kapitalbasis. Die Eigenmittel (Kernkapital net T1) belaufen sich per 31.12.2025 auf 64,6 Milliarden Franken (+3,7%). Mit einer durchschnittlichen harten Kernkapitalquote (CET T1) von 18,8% übertreffen die Kantonalbanken die regulatorischen Vorgaben deutlich. Die durchschnittliche ungewichtete Eigenkapitalquote (Leverage Ratio) beträgt 7,7 Prozent.